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[12.05.2006]
Kompetent unterrichten – wie geht das?
Das „Praxishandbuch für das Referendariat“ von Michael Kostka und Peter Köster hält dafür eine Fülle von Antworten und praktischen Tipps bereit. Kompakt und übersichtlich erhalten Berufsanfänger aller Lehrämter in 13 Kapiteln Anregungen und Hilfestellungen, um Unterricht kompetent planen, durchführen und reflektieren zu können.

Über welche Kompetenzen (frisch gebackene) Lehrerinnen und Lehrer verfügen sollten, ist am Ende des Buches in einer Tabelle aufgelistet. Hier können die Leserinnen und Leser selbst überprüfen und ankreuzen, was sie schon können und was sie in ihrer zweijährigen Ausbildung nach und nach lernen. Dem knapp 200-seitigen Ratgeber ist eine CD-ROM mit verschiedenen Arbeitspaketen beigelegt. Checklisten, Beobachtungs- und Fragebögen zum Ausdrucken bieten konkrete praktische Hilfen.

Auf Schritt und Tritt begleitet das Buch Einsteiger durch den Dschungel des schulischen Alltags, etwa auf der „Entdeckungstour“ der ersten Tage: Eine Namensliste liefert einen schnellen Überblick über ein großes Kollegium, mit einer Medien- und Materialliste findet man den Tageslichtprojektor in Raum XY wieder und ein Hospitationsbogen strukturiert die ersten Unterrichtbeobachtungen. Auch für die (häusliche) Selbstorganisation kriegen Einsteiger hilfreiche Tipps, damit das Referendariat nicht allzu ‚stressig’ wird: Beispiele für Tages- und Wochenpläne liefern Ideen für eine effiziente Zeitplanung und mit verschiedenen Ordnungs- und Strukturierungshilfen lassen sich zu Hause vielleicht manche Materialstapel beseitigen.

Für die ersten eigenen ‚Gehversuche’ bietet das Buch zahlreiche Tipps, ohne den Anfänger zu überfordern, etwa die 3X3-Regel: „Entwerfen Sie zunächst eine ‚kleine’ Reihe für die nächsten drei Stunden und legen Sie dafür die Themen, Inhalte und Ziele fest.“ Über die Möglichkeiten der didaktisch-methodischen Umsetzung informieren die Kapitel zu (lehrer- und schülerorientierten) Unterrichtskonzepten und -methoden: Hier wird den Leserinnen und Lesern ein breites Repertoire angeboten, aus dem sie individuell (je nach Ausbildungsstand und persönlichen Neigungen) sowie lerngruppenbezogen auswählen können. Auch über den Einsatz von Medien informieren die beiden Autoren und zwar von den Klassikern – eine kleine Modelltafel lässt sich von der CD-ROM ausdrucken – bis hin zu Powerpoint und Beamer. Damit der Unterricht dann auch wirklich gelingt, werden wichtige Themen wie die Kommunikation im Klassenzimmer oder Disziplinprobleme angesprochen. Das Buch endet nicht, ohne die Ernstfälle des Referendariats in den Blick zu nehmen: Unterrichtsbesuche, Reflexions- und Krisengespräche, Examensprüfung.

Der Ratgeber ist ein Buch für die Praxis. Die Autoren wissen, worüber sie schreiben und decken als Sonderschul- und Gymnasiallehrer die ganze Breite von Schulformen und Jahrgangsstufen ab. Angehende Grundschulpädagogen werden von dem Buch ebenso profitieren wie künftige Studienräte. Niemand muss sich unbedingt von vorne nach hinten durcharbeiten. Selektives Lesen von einzelnen Kapiteln ist gut möglich und wird durch die Querverweise unterstützt. Am Ende eines Abschnitts werden die Kernaussagen mit einem ‚Merklämpchen’ zusammengefasst. Markante CD-Buttons vernetzen den Text mit den Inhalten der CD-ROM. Die Autoren verzichten auf umfangreichere theoretische Exkurse. Es finden sich einige Verweise auf weiterführende Literatur. Dort kann weiterlesen, wer das eine oder andere vertiefen möchte. Denn auch Lehrerinnen und Lehrer lernen ja nie aus ...

(Sabine Elias)



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