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[07.08.2003]
Geschäftsführer Johannes Leßmann zum höheren Elternanteil: "Ich glaube nicht, dass Eltern ein Besuch im Schnellrestaurant wichtiger ist als neue Schulbücher für ihre Kinder."
Beim Abschied in die Ferien erhielten Eltern in Nordrhein-Westfalen die Mitteilung von der Schule: Ab dem kommenden Schuljahr müssen sie 49% statt 33% der Kosten für Unterrichtsmaterialien selbst zahlen. Ihr Eigenanteil steigt, je nach Klassenstufe, zwischen neun und 19 Euro.

Spätestens, wenn Mitte September die Schule wieder beginnt, müssen sich Eltern von schulpflichtigen Kindern in unterschiedlicher Art und Höhe an Büchern und Unterrichtsmaterialien für ihre Kinder beteiligen. Die Beträge steigen auf 17,64 Euro (Grundschule), 38,22 Euro (Klassen 5-10) bzw. auf 34,79 Euro (Klassen 11-13). Die erfreuliche Nachricht: Auch die absoluten Lernmittelbeträge pro Schüler werden angehoben, nämlich von 27,10 Euro auf 36 Euro (Grundschule), von 58,80 Euro auf 78 Euro in der Sekundarstufe I (Klasse 5-10) und von 53,69 Euro auf 71 Euro in der Sekundarstufe II (Klasse 11-13). Es steht also insgesamt deutlich mehr Geld für vernünftige Unterrichtsmaterialien zur Verfügung als bisher. Das ist ein ermutigendes Signal.

"Die neue Regelung bietet zwei riesengroße Chancen", so Johannes Leßmann, Geschäftsführer des Klett-Verlages. "Kinder bekommen zum Schulstart endlich nicht mehr nur Bücher, die im Schnitt sieben oder gar neun Jahre alt sind. Außerdem beweist die Tatsache, dass die Lernmittelbeträge insgesamt steigen, dass es unserer Gesellschaft – besonders nach PISA – Ernst ist mit der Verbesserung der Situation an den Schulen. Und die Gesellschaft, das sind nun einmal Eltern und Staat gleichermaßen."

"Selbstverständlich steigt die Belastung der Eltern, das lässt sich nicht leugnen," so Leßmann weiter, "aber 18 bzw. 38 Euro im Jahr (!) sind eine halbe oder eine CD. Statt sich zu beklagen sollten Eltern selbstbewusst sagen: Neue (!) Schulbücher sind einfach klasse. Sie stellen einen Wert an sich dar und das gönne ich meinem Kind. Dafür verzichte ich gern auf ein paar Besuche im Schnellrestaurant." Leßmann geht davon aus, dass ein weiterer, wichtiger Nebeneffekt eintritt: Die Schülerinnen und Schüler bekommen ganz allgemein einen Sinn für die Wertigkeit von Büchern. Denn es sind schließlich ihre eigenen.

Leßmann hofft, dass sich langfristig die Akzeptanz einer Bildungsfinanzierung durch die Eltern durchsetzen wird. "Jetzt wird sich zeigen, was Eltern wichtiger ist: Bildung oder Burger."


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